Der erste Hund zieht ein…

…und wie ich mich zu viel vorbereitet habe!

Ich hatte kürzlich bei Instagram ein Gespräch mit einer frischgebackenen Mopsmama, die sich natürlich über Instagram einige andere Hundeaccounts angeschaut hat und Antworten auf ihre viele Fragen suchte.

Ich musste wirklich schmunzeln, weil ich genau wusste wie sich die neue Hundemama in der Mopswelt gefühlt hat.
Ich habe mich so wahnsinnig gut vorbereitet gefühlt, aber auch gleichzeitig irgendwie verloren in dieser Informationswelt.

Wie habe ich mich gefühlt?

Bevor Balou überhaupt eingezogen ist, habe ich Bücher gelesen, Internetseite und -foren durchforstet, mich vorsorglich schon mal in der Hundeschule angemeldet und mir ein halbes Notizbuch voll geschrieben mit Dingen auf die ich achten möchte.

Da war er also: der kleine Babymops!

Direkt am zweiten Tag wollte ich mit meiner Schwester und Whoozi eine kleine Runde durch den Park drehen. Das Wetter war wirklich mies, aber so gut vorbereitet wie ich war, hatte ich natürlich Gummstiefel und einen Regenmantel an. Und Balou? Der arme nackige Mops musste nackig und frierend die große weite Welt erkunden. Schon beim betreten des Parks war ich (und Balou definitiv auch) neidisch auf die praktischen Hunderegenmäntel der anderen Hunde. Das hat Balou mir auch direkt gezeigt und wollte nicht mehr laufen. Ich war frustriert, weil ich mit meinem neuen Hund einen tollen Spaziergang haben wollte und Balou weil ihm ar*chkalt war.
Nach einiger Überredungskunst lief der kleine Mops doch los. Ich als sorgende Hundemama dachte mir, dass mein Hund bestimmt Durst hat. Immerhin ließt man ja in jedem Buch, dass Hunde viel trinken sollen. Also führte ich ihm zu einem Bach in dem Park. Balou wollte wieder nicht laufen. Aber kein Problem für die Supermopsmama. Wir haben ja ungefähr zehn Minuten eher gelernt, dass man den Mops gut mit Leckerchen bestechen kann. Gesagt, getan. Mops an den Bach gelockt, aber da kam der große Schreck.
Der Mops humpelt! voller Panik nahm ich den schreienden und motzenden Mops hoch um seine Pfötchen zu betrachten und mir wurde sofort klar:

Nix Supermopsmama, sonder größte Mopsrabenmutter der Welt!!

Ich habe Balou mit seinen zarten Welpenpfötchen durch Brennessel gelockt, die natürlich ordentlich gejuckt haben! Das Ende vom Lied war, eine weinende Mopsrabenmutter, ein motzender Mops, der mit noch mehr Leckerchen ebstochen wurde, eine lachende Mopstante und ein verwirrter Schnauzer saßen bei strömenden Regen im Stadtpark!
Ich kann euch beruhigen: Ich hab nach einigen Augenblicken aufgehört zu weinen und Balou wollte auch wenige Momente später toben. Also wurden die Tränen getrocknet und drauf losgetobt. Nachdem ich mich weitere zehn Minuten später in dem Park noch auf die Nase gelegt habe, weil der Rasen zu nass war, wurde mir eins klar:

Atme durch und lass die Hundewelt mal ganz vorsichtig auf dich zukommen!

Aber wie bereite ich mich denn nun perfekt auf meinen ersten Hund vor?

Lies nicht zu viel!
Wenn man sich durch verschiedenen FB-Gruppen klickt oder Bücher ließt ist man wirklich verunsichert was nun das richtige für den eigenen Hund ist.
Barf oder Nassfutter?
Bällchen spielen: Ja oder Nein?
Darf ich Stöckchen werfen?
Soll ich in die Hundeschule?
Stelle diese Fragen in Hundegruppen und du wirst 10 unterschiedliche Antworten bekommen und vielleicht ist die richtige Antwort für dich gar nicht dabei! Die meisten Antworten bekommst du nämlich erst von deinem Hund.
Fangt bloß nicht an Pläne zu machen, wie ich. Ich habe jede Woche vorgetaktet und genau geplant, wann wir was lernen wollen. Totaler Quatsch! Achtet einfach auf euren Hund!

Höre auf dein Bauchgefühl!
Nachdem ich versucht habe alles lockerer angehen zu lassen, habe ich wieder angefangen auf den wichtigsten Menschen zu hören: Mich selber!
Damit habe ich viele gute Entscheidungen getroffen und die anderen wurden zu keiner Katastrophe. Also befreit euch von Sätzen wie „Du musst das aber so machen“ & trefft eigene Entscheidungen.

Fragt euren Hund!
Der Hund weiß am besten was für ihn gut ist. Achtet auf seine Signale und lernt diese zu deuten. Dazu kann ich euch dieses Buch wirklich ans Herz legen.

Vergleich dich nicht mit anderen!
Vor allem bei Lotta kamen mir oft Gedanken, wieso sie manchmal langsamer ist als andere. Andere Welpen waren schon stubenrein, während Lotta noch regelmäßig 4 Haufen am Tag in die Wohnung gesetzt hat.
Ich kann euch direkt vorweg beruhigen: Auch Lotta wurde irgendwann stubenrein. Während Balou mit etwa 16 Wochen stubenrein war, war Lotta zuverlässig mit 7 Monaten stubenrein. Die einen sind schneller und die anderen nun mal langsamer. Das ist aber auch gar nichts schlimmes. Lasst euch bloß nicht von dem Druck mitreißen und gebt eurem Hund so viel Zeit, wie er braucht.

Tauscht euch aus & selektiert!
Redet mit Hundetrainern, Tierärzten und anderen Hundebesitzern. Denkt über die Gespräche nach und überlegt ganz genau was für euch davon wichtig sein könnte und welche Erfahrungen ihr lieber selber machen wollt. Ihr müsste nicht immer nur eine Meinung akzeptieren. Das gilt besonders bei Tierärzten! Da sind wir immer Fan davon mehrere Meinungen einzuholen, bevor gehandelt wird.

Lacht über eure Fehler!
Der wichtigste Punkt überhaupt! Lernt über euch und über euren Hund zu lachen. In den vielen Jahren, die ihr verbringen werdet, wird einiges schief laufen. Sich deswegen entmutigen zu lassen, bringt rein gar nichts. Entschuldigt euch, falls andere Hundehalter involviert sind und Schwamm drüber. Jeder Fauxpas ist wenige Tage später wieder vergessen!
Am Ende werdet ihr bestimmt ein super Team!

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