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Wann ist ein guter Zeitpunkt für einen Zweithund?

Du kannst ja gar nicht mehr mit Hund in den Urlaub.
Du wirst ja noch weniger Zeit haben.
Zwei Hunde = doppelte Arbeit
Zwei Hunde kosten ja so viel Geld!
Du kannst dich ja gar nicht mehr auf den ersten Hund konzentrieren.
Balou ist doch noch viel zu jung!

Ungefähr solche Sätze und noch viele mehr habe ich gehört, als ich mich dafür entschieden habe, dass Lotta einziehen soll.
Als mein Partner und ich uns dann getrennt haben und der Einzug kurz bevor stand, waren die Zweifel überall groß ob ich das auch alleine schaffe. Ich muss zugeben, auch ich war zunächst unsicher wie ich das alles handhaben soll.

Wir werden oft auf Instagram gefragt wie das eigentlich so ist mit zwei Hunden. In meinen Augen spielen viele Faktoren dabei zusammen.

Bin ich bereit für einen zweiten Hund?

Oft höre ich, von Einzelhundbesitzer, dass ein Hund mehr oder weniger ja nicht mehr Arbeit bereitet, weil man ja sowieso zum Gassi gehen raus muss. Aber in meinen Augen bleibt es nicht nur beim Gassigang. Jeder Hund benötigt Training und individuelle Beschäftigung.
Zwar trainieren wir viel gemeinsam, aber die Zeit mit einem Hund wird auch sehr genossen. Man merkt einfach wie beide es genießen mal die alleinige Aufmerksamkeit zu bekommen.

Das finanzielle ist natürlich auch ein wichtiger Punkt. Der zweite Hund möchte auch fressen, gepflegt werden und seine Impfungen bekommen.
Im schlimmsten Fall werden sogar beide Hunde gleichzeitig krank und benötigen eine Behandlung vom Tierarzt.
Wir haben für beide Hunde eine OP-Versicherung abgeschlossen um sicher zu gehen.

Eine weitere Frage sind hier natürlich auch die Nerven. Ich sag euch, einen Welpen erziehen und gleichzeitig darauf achten, dass der Ersthund sich gut benimmt und nicht seine gute Erziehung vergisst, ist wirklich nicht ohne!

Ist mein Hund bereit für einen Hundefreund?

Nun gut, ihr seid bereit für einen zweiten Hund. Aber ist euer Hund das auch? Jetzt heißt es: Beobachten! Beobachten! Beobachten!

Wie geht mein Hund mit anderen Hunden um? Eine gute Sozialisierung ist ein absolutes Muss für die Mehrhundehaltung. Aber nicht nur das. Neben der Sozialisierung muss der Hund gut erzogen sein. Der zweite Hund, egal ob Welpe oder ein Hund aus dem Tierschutz, wird sich am ersten Hund orientieren. Es gibt nichts ärgerlicheres, wenn der neue Hund sich die schlechten Angewohnheiten von dem ersten Hund annimmt. Er sollte also nicht zu jung sein. Ich muss sagen, Balou war sehr jung beim Einzug von Lotta, aber mit Balou hab ich auch wirklich einen wahren Traumhund bekommen, der wirklich gut hört. Bei Lotta dagegen hat es wesentlich länger gedauert.

Welcher Hund passt zu meinem Hund?

Nicht jede Konstellation ist geeignet für die Zweithundehaltung. Da Balou von französischen Bulldoggen meist gemobbt wird, war für uns klar, dass keine französische Bulldogge zu uns passt. Auch wenn es in anderen Haushalten gut klappt. Wir haben uns bewusst für eine Hündin entschieden. HIER könnt ihr etwas mehr zu der Haltung zwei intakter Hunde lesen. Das Geschlecht und die Rasse will also gut überlegt sein!

Lasst euren Hund mit aussuchen, falls sich die Möglichkeit bietet. Besucht den Neuzugang mit eurem Hund und schaut wie euer Hund auf den Welpen reagiert.

Was sollte ich beim Einzug beachten?

Hund und Mensch sind also bereit für einen weiteren Mitbewohner. Aber was sollte eigentlich beachtet werden?

Bedenkt, dass der Einzug eines weiteren Tieres für euren ersten Hund Stress bedeutet. Entscheidet ihr euch also dazu, dass es Neuerungen im Zusammenleben mit zwei Hunden gibt, wie zum Beispiel die Hunde dürfen nicht mehr ins Bett, dann solltet ihr es bereits dem ersten Hund abgewöhnen. Er wird sowieso Probleme haben solche Rituale abzulegen. Aber wenn es direkt beim Einzug umgesetzt wird, wird es noch schwerer.

Wir haben darauf geachtet, bestimmt Dinge zu trennen. Wenn ihr also denkt ihr benötigt keine Neuanschaffungen für das zweite Fellknäuel, muss ich euch leider enttäuschen. Bei Einzug haben wir dem neuen Hund direkt ein eigenes Körbchen und eigenes Spielzeug gekauft. Natürlich wird hier nach zwei Jahren alles gemischt, aber wir wollten Balou nicht das Gefühl geben, dass er kein “eigenes” hat. Zum Beispiel war Balous Körbchen für Babylotta zunächst tabu, damit Balou ein Rückzugsort für sich hat. Außerdem war es uns wichtig, dass sie zunächst mit Abstand voneinander fressen, da wir bei beiden nicht wussten, wie sie reagieren, wenn es ums Futter geht. Denn bei Essen hört die Liebe bei mir zumindest auf 😉 Aber die beiden haben zum Glück keinen Futterneid, sodass wir mittlerweile auch zusammen füttern können.

Das erste Treffen zuhause haben wir auf einer Wiese in der Nähe der Wohnung gemacht. Während eine Freundin mit Balou an der Leine gelaufen ist, habe ich Lotta geführt. Nach einer Gassirunde durften die beiden auch etwas toben und dann ging es erst nach oben.