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[Welpe] Checkliste zum Welpenkauf

Wenn man das Internet etwas durchstöbert, findet man auf diversen Verkaufsplattformen etliche Welpenangebote.
Auf den ersten Blick sehen die meisten Anzeigen seriös aus und alle Welpen sind natürlich unglaublich süß. Aber wie erkennt man überhaupt einen seriösen Züchter?

Wie viele wissen stammt Balou ebenfalls aus keiner Zucht. Es war unser erster Hund und wir wussten es tatsächlich nicht besser. Wir hatten unfassbar großes Glück und er hat zum Glück keine Erbkrankheiten, eine tolle Atmung und es geht ihm gut. Das hätte aber auch nach hinten losgehen können.

Wir möchten euch unsere Erfahrung mitgeben und euch einen kleinen Leitfaden mit auf den Weg geben. Vielleicht hilft es euch ja etwas besser durch den Urwald der Welpenangebote. Die Punkte sind nicht der Wichtigkeit sortiert. Also lest euch bitte alle Punkte genau durch.

1. Elterntiere

Ihr solltet unbedingt darauf achten wo die Elterntiere der Welpen leben. Zumindest die Mutter sollte im gleichen Haushalt leben. Wenn du vor Ort bist, achte darauf, wie die Mutter sich um die Welpen kümmert. Säugt sie die Welpen? Wirken sie vertraut? Es gibt Fälle in denen seriöse Händler einen anderen Hund als Muttertier vorgestellt haben. Das solltest du aber mit einem guten Auge schnell erkennen.
Eine Hündin sollte nicht mehr als einen Wurf pro Jahr haben. Die Information sollte euch ein guter Züchter direkt geben können.

2. Welpen

Achtet unbedingt darauf wie die Welpen aussehen. Sind sie zu dünn? Sind sie aufgebläht? Wie sieht das Fell aus? Sind die Pfoten sauber und weich? Geben die Welpen Laute von sich oder sind sie eher ängstlich oder apathisch?

Welpen sollten in erster Linie, fröhlich und interessiert wirken. Natürlich kann der ein oder andere Welpe auch mal ängstlich wirken. Aber auf gar keinen Fall kränklich!

3. Untersuchungen

Gute Züchter können euch sämtliche Untersuchungen der Elterntiere vorweisen. Informiert euch vor dem Kauf genaustens über eure Rasse und welche Untersuchungen empfohlen werden. Wichtig sind zum Beispiel Untersuchungen auf HD, sowie ED und Patellaluxation. Neben dem Bewegungsapparat sollten auch die Augen, das Herz-Kreislaufsystem und Geschlechts– sowie Harnorgane untersucht werden. Lasst euch nicht verunsichern, wenn der Züchter sagt, er habe die Untersuchungen nicht durchgeführt um dem Hund den Stress zu ersparen. Das klingt für mich nämlich nach Ausreden.

Der Welpe selber sollte immer geimpft, entwurmt und gechipt sein. Das kann ein Züchter euch immer nachweisen.

4.Wohnort & Besuche

Wenn ihr Kontakt zum Züchter aufnehmt, dann werdet ihr schnell merken ob der Züchter sich zu sich einlädt oder sich auf neutralem Boden treffen möchte. Ich würde nur einen Welpen kaufen, wenn ich das Zuhause sehen kann. Ihr solltet euch anschauen ob der Hund im Haus lebt und Alltagsgeräusche kennt. Welpen sollten immer familiennah aufwachsen. Wenn der Hund noch zu jung zum ausziehen ist, sollte der Züchter mit mehreren Besuchen einverstanden sein. Er sollte sich die Zeit für deine Fragen nehmen und nicht unter Zeitdruck stehen.

5. Preis

Mittlerweile ist es etwas schwer am Preis ein Urteil zu fällen. Viele unseriöse Züchter verkaufen Hunde zu Zuchtpreisen. Vor allem bei „Trendrassen“ wie Pomerians, Möpsen oder auch französischen Bulldoggen gehen die Preise sehr hoch. Aber ihr solltet bei zu günstigen Preisen stutzig werden. Bedenkt, dass die Welpen mehrere Wochen beim Züchter leben.

6. Zucht oder Verkauf?

Ich weiß zwar nicht wie verbreitet das Thema ist, aber bei uns in der Umgebung gibt es zwei „Geschäfte„, die ganz legal Hunde verkaufen.
Ein Geschäft nennt sich ganz romantisch Welpenstube. Wenn man sich die Seite betrachtet, sieht erstmal alles ganz gut aus. Auf der Seite ist zu lesen, dass die Welpenstube nur mit bekannten Züchtern arbeitet, die Hunde auf Gesundheit geprüft werden und so weiter. Die Hunde stammen laut Homepage aus Deutschland und Ungarn. Ich denke, das sagt schon alles. Aber die Wahrheit sieht leider anders aus, wenn man sich Käufern unterhält oder auch einfach mal die Google-Bewertungen ließt. Die Hunde werden mit Giardien und Kokzidien verkauft und das zu einem Preis der jenseits von gut und böse ist. Während ich diesen Beitrag schreibe werden weiße Mopswelpen zu einem Preis von 1600€ verkauft. Ohne jegliche Information wo die Hunde herkommen! Für den Preis gibt es tolle Hunde aus seriösen Zuchten. Dort werden die Hunde mit Liebe aufgezogen und haben vor allem einen Familienanschluss.

In den Welpenstuben leben die Hunde einfach zusammen in „optimal angepassten Räumen“, wie es auf der Homepage steht. Die Tiere werden nicht 24 Stunden betreut und beobachtet.

Ich frage mich wirklich, welcher seriöser Züchter, der seine Tiere liebt, verkauft seine Hunde an solche Welpenstuben? Genau, keiner! Züchter suchen ihre Käufer genau aus und möchten, dass ihre Schützlinge in tolle Familien kommen. Bei solchen Welpenstuben, haben die Züchter keinerlei Einfluss darauf, wo die Hunde am Ende hinkommen. Hier geht es den Züchtern nur darum möglichst schnell Geld aus den Welpen zu schlagen und dabei möglichst wenig Aufwand zu haben.
Wenn sich der Züchter also keineswegs für euch und euer Zuhause interessiert, lasst die Finger davon. Einem guten Züchter sollte es immer wichtig sein, wo sein Schützling hin kommt. Das Wohl der Welpen sollte über dem finanziellen Aspekt stehen!

7. Rassen

Wenn ihr euren Wahlzüchter besucht, achtet darauf, wie viele Rassen bei ihm leben. Ich wäre bei mehr als zwei Rassen, die sich zu arg voneinander unterscheiden vorsichtig. Züchter sind gleichzeitig auch Liebhaber und das sollte sich auch bemerkbar machen. Auch sind Züchter von Mischlingen nicht seriös. Mischlinge, auch wenn sie tolle Namen wie Puggle oder Labradoodle haben, sind und bleiben Mischlinge und können keinem Verein unterliegen. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Vor allem, weil die Rassen meist keineswegs zusammen passen. Wenn man sich die Charaktereigenschaften einiger Moderassen durchließt, merkt man schnell, dass oft Wasser mit Feuer verpaart wird.

8. Verträge & Kontaktdaten

Kein Züchter gibt seinen Hund ohne einen Vertrag ab. Dort habt ihr alle Informationen zum Züchter. Außerdem könnt ihr einen guten Züchter auch nach dem Kauf bei Fragen oder Unsicherheiten immer erreichen. Haltet immer im Hinterkopf: Hundewohl über finanzielle Aspekte!

Falls ihr unsicher seid oder ein schlechtes Bauchgefühl habt, dann vertraut eurem Gefühl und sucht lieber weiter. Man neigt schnell dazu, dass man den Hund aus schlechten Verhältnissen raus holen möchte, aber damit tut ihr vielleicht einem Hund einen Gefallen, aber nicht den weiteren, die hinter her gezüchtet werden. Wenn es keine Nachfrage gibt, hört auch ein unseriöser Züchter irgendwann auf, weil er kein Profit mehr rausschlagen kann! Ihr schafft mit der „Rettung“ höchstens Platz für neues Leid!

Ein Kommentar zu „[Welpe] Checkliste zum Welpenkauf

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