Allgemein · Hundealltag · Rassevorstellung

[Rassevorstellung] Shiba Inu

Die liebe Corinna von the.shiba.blog und ich hatten kürzlich eine Unterhaltung über Hundehalter und die Rassenwahl. Wir kamen auf das Thema, da ich mir keinen Shiba Inu zutrauen würde. Shibas sind für mich schön anzusehen, aber ich verbinde sie sofort mit Sturheit und Dominanz. Für andere sind Shiba Inus vor allem wegen ihrem fuchähnlichen Aussehen genau die richtigen Hunde. Die Ähnlichkeit zu Hachiko, dem Akita Inu aus dem gleichnamigen Film macht den Hype um Shiba Inus perfekt.
Corinna hat mir mitgeteilt, dass sie sich mehr Selbstreflektion wünschen würde beim Shiba-Kauf.

Dieses Gespräch habe ich zum Anlass genommen, 2021 mit einem neuen Projekt zu starten. Ich möchte euch unterschiedliche Rassen vorstellen. Vielleicht verirrt sich ja der ein oder andere bei seiner Recherche auf unseren Blog und hinterfragt seine Wunschrasse nochmal um den wirklich passenden Hund für sich zu finden.

Falls ihr weitere Fragen zu Shiba Inus habt, könnt ihr Corinna gerne über ihren Instagramaccount oder ihrem Blog kontaktieren.
Dort findet ihr auch noch mehr Infos über Shiba Inus und ihre Erziehung.

Geschichte des Shiba Inus

Der Shiba Inus stammt ursprünglich aus Japan. Wie auch der Mops geht die Geschichte der Shiba Inus weit zurück. Skelettfunde beweisen, dass Shiba Inus bereits 8.000 vor Christi gelebt haben. Übrigens gehört der Shiba Inu seit 1937 zum Naturdenkmal in Japan.

In seinem Heimatland wurde er usprünglich zur Jagd auf Kleintiere und Vögel eingesetzt. Shiba Inus besitzen eine sehr hohe Sprungkraft. Das macht es ihnen möglich Vögel problemlos zu fangen. Natürlich birgt das bei uns auch das ein oder andere Problem. Wir Hundebesitzer haben die Pflicht unerwünschtes Jagdverhalten zu unterbinden.

Systematisch gezüchtet wurden Shiba Inus erst ab 1928 nachdem englische Jagdhunde wie der Pointer oder Setter eingekreuzt wurden. Im Jahre 1937 wurde dann der Standard erstellt. Dieser besagt, dass der Shiba ein wohlproportionierter kleiner Hund ist, der sehr muskulös und einen gutem Knochenbau hat. Laut Standard ist das Wesen der Shibas trei, scharfsinnig und sehr aufgeweckt. Rüden weisen eine Größe von ca. 39,5 cm auf und Hündinnen 36,5cm.

Mittlerweile gibt es Shiba Inus in unterschiedlichen Farben. Die herkömmlichsten sind Rot, Schwarz-Loh und Sesam.

Der Charakter

Liebe Corinna, danke, dass du uns einige Frage zum Shiba Inu beantwortest.

Möchtest du dich und Yuna erstmal vorstellen?

Super gerne. Wir sind Yuna und Corinna vom Account @the.shiba.blog. Yuna ist jetzt knapp ein Jahr alt und ich bin fast 23 Jahre alt. Wir wohnen gemeinsam mit meinem Freund in Leipzig, weil sowohl mein Freund als auch ich noch studieren. Wir haben Yuna jetzt seit dem Welpenalter. Als sie zu uns kam, wurde gerade der erste Lockdown eingeleitet. Das kam uns bei der Erziehung sehr entgegen, sodass wir sehr viel Zeit in die Erziehung stecken konnten. 

Was ist für dich typisch für den Charakter eines Shiba Inus?

Ich denke, ihre Eigenständigkeit ist recht typisch für sie. Natürlich ist jeder Hund ein Individuum, aber es ist schon sehr auffällig, wie selbstständig sie schon im Welpenalter sind. Ich erinnere mich gut an den ersten Besuch bei Yunas Züchterin. Die Welpen hatten alle ganz unterschiedlichen Charaktere, aber diese Eigenschaft war bei allen auffällig. Während andere Hunderassen sich von Anfang an sehr an ihrem Menschen orientieren und sich erst in der Pubertät etwas abnabeln, war Yuna bereits mit 8 Wochen der selbstständigste Hund, der mir je begegnet ist. Sie war schon fast abweisend und hat uns das Gefühl vermittelt, dass wir ihr gleichgültig sind und sie uns nicht braucht.

Gibt es Klischees über den Shiba Inu? Stimmen sie?

Es gibt die verschiedensten Klischees über Shibas. Das wohl verbreitetste ist, dass sie stur wären. Allerdings wird ihnen auch nachgesagt, dass sie die treuesten Hunde der Welt sein können. Im Internet liest man auch oft, dass sie schwer erziehbar sind. Wie passt das alles zusammen? Menschen, die nie mit der Rasse zusammengelebt haben, verstehen diese Hunde einfach nicht. Shibas sind Hunde vom Urtyp. Sie hinterfragen den Sinn der Kommandos, die sie ausführen sollen. Im Grunde sind sie nicht stur, sondern denken mit. Wenn es regnet und der Shiba soll sich hinsetzen, kann es passieren, dass er es nicht tut, weil er keinen nassen Po möchte. Eigentlich ist dieser Gedanke logisch, wir setzen uns ja auch nicht gerne in Pfützen. Für ein Leckerchen würden manche Shibas das vielleicht machen. Sie sehen einen Sinn hinter dem Kommando, schließlich bekommen sie etwas dafür. Versteht man die Gedanken der Rasse und geht darauf ein, statt den Willen des Hundes zu brechen, lernen sie, den Menschen als Rudelführer zu akzeptieren. Das ist bei der Rasse extrem wichtig. Es fällt ihnen schwer, sich als letztes Glied der Kette zu sehen und tun das nur mit der richtigen Führung. Man muss da so ein bisschen einen anderen Weg gehen als mit Hunden, die einen will to please haben. Und genau deshalb gelten sie als schwer erziehbar. Sie sind nur erziehbar, wenn sie den Menschen als „Rudelführer“ ansehen. Und das können sie nur, wenn er/sie sich als würdig erweist. Man muss sich also die Achtung vom Hund verdienen, geschenkt bekommt man nichts.

Findest du, dass der Shiba Inu ein Anfängerhund ist?

Jaein. Ich denke, es kommt auf den Menschen an, ob er/sie mit der Rasse glücklich wird. Man hat durchaus einen Vorteil, wenn man schon mit Hunden zusammengelebt hat. Trotzdem kann das auch schwierig sein, sollte der Hund zuvor einen will to please gehabt haben. Es kommt immer darauf an, was erwartet wird und was man bereit ist, in die Erziehung und Beziehung zu investieren. Ich denke, sowohl Ersthundehalter als auch erfahrene Hundehalter werden irgendwann mal an ihre Grenzen stoßen. Dann ist es wichtig sich einzugestehen, dass man sich Hilfe suchen sollte.

Hattet oder habt ihr Probleme mit Yuna? Wie habt ihr sie in den Griff bekommen?

Wir hatten gerade zu Beginn unseres Weges große Probleme mit Yuna. Natürlich haben wir uns viel zu der Rasse belesen, aber das bereitet niemanden auch nur ansatzweise auf das vor, was mit dem Einzug eines Shibas passiert. Wir haben einen Hund bekommen, der sich wenig bis gar nicht für uns interessiert hat, keine Grenze akzeptiert hat und uns gegenüber sehr respektlos war. Also eine lustige Kombination. Wir haben bereits nach 2 Wochen ein Onlinetraining mit einem Hundecoach gehabt, das unser Zusammenleben mit Yuna grundlegend geprägt und verändert hat. Er hat uns beigebracht, wie wir Yuna Grenzen setzen können, die sie auch akzeptiert. Von dort an war es zwar noch ein langer Weg, aber wir hatten einen Ansatzpunkt, mit dem wir arbeiten konnten. Seitdem gab es natürlich immer mal kleine Probleme, aber keine, die man mit anderen Rassen nicht auch haben könnte. Im Moment bin ich mit unserem Trainingsstand sehr zufrieden. Am Freilauf arbeiten wir aber noch.

Würdest du dich im Nachhinein für eine andere Rasse entscheiden?

Ganz klar nein. Natürlich bringt diese Rasse Einschränkungen mit sich und ich bin kein Mensch, der sagt: „Einmal Shiba, immer Shiba“. Allerdings lege ich mich generell ungern auf Hunderassen fest, weil ich so viele tolle Rassen täglich sehe und mich da ganz schwer entscheiden kann, welche Rasse ich am schönsten finde. Im Moment passt ein Shiba einfach am besten in unser Leben und deshalb würde die Wahl wieder auf einen Shiba fallen, wenn ich sie nochmal fällen müsste. Außerdem ist Yuna (natürlich) der beste Hund auf der ganzen Welt, ein Leben ohne sie wäre für mich unvorstellbar.

Für wen ist der Shiba Inu die richtige Rasse?

Für Menschen, die bereit sind, die Hunde so zu nehmen, wie sie sind. Man muss sich vorher klar sein, welche Schwierigkeiten die Rasse mit sich bringt. Man bekommt mit einem Shiba einen tollen Begleiter, den man fast überall mit hinnehmen kann. Trotzdem gibt es auch Einschränkungen. Nicht jeder Shiba wird irgendwann ohne Leine laufen zu können, denn selbst mit viel Training gibt es Situationen, in denen sich der eigene Wille einfach durchsetzt. Ist man bereit, solche Einschränkungen zu akzeptieren? Kommt man damit klar, dass der Hund nicht bedingungslos zu allem „ja“ und „amen“ sagt? Kann man in Konfliktsituationen ruhig bleiben? Kann man das Geld für viele Stunden Hundetraining aufbringen, wenn man (mal wieder) an die eigenen Grenzen stößt? Kann man Führung übernehmen? Ist man konsequent in der Erziehung des Hundes? Ein Shiba braucht einen Menschen, der eine konsequente, aber auch gelassene und freundliche Erziehung gewährleisten kann. Dieser Mensch sollte sich selbst und die Bindung zum Hund gut reflektieren können und sich Probleme selbst eingestehen können. Es ist auch schön, wenn man gerne Zeit an der frischen Luft verbringt und dem Hund eine geistige und körperliche Auslastung bieten kann. Vor allem braucht der Shiba aber einen Begleiter, der ihn so nimmt, wie er ist.

Was würdest du jemandem sagen, der unbedingt einen Shiba Inu einziehen lassen möchte?

Sei freundlich, aber konsequent. Wie bereits beschrieben, kommt es bei der Rasse vor allem auf Führung und Bindung an. Der Shiba braucht klare Ansagen, die auch durchgesetzt werden. Die Rasse neigt dazu, Kommandos auch mal aus Prinzip infrage zu stellen. In dem Moment testet euch der Hund, ob ihr es wert seid, auf euch zu hören. Hier kann man zwei Fehler machen. Entweder man wird irgendwann sauer und dadurch unverhältnismäßig ungerecht oder man wird nachlässig und lässt es dem Hund durchgehen. Wichtig ist aber, nun das Kommando ruhig und gelassen durchzusetzen. Beharre darauf, bis es funktioniert. Je öfter dieser Weg gegangen wird, desto weniger wird der Hund die Entscheidungen des Menschen infrage stellen. Und irgendwann wird aus einem „gegeneinander“ ein „miteinander“. Behandle deinen Hund also stets wie einen guten Freund, schließlich soll er genau das werden.

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